15 Ermittlungsverfahren sind nicht 15 Straftaten – wann Straffälligkeit den subsidiären Schutz gefährdet

15 Ermittlungsverfahren sind nicht 15 Straftaten – wann Straffälligkeit den subsidiären Schutz gefährdet

Bundesverwaltungsgericht entscheidet: Auch eine besondere Häufung erheblicher Rechtsverstöße kann zum Ausschluss vom subsidiären Schutz führen. Eine lange Strafakte macht Eindruck. Viele Ermittlungsverfahren, zahlreiche Strafanzeigen und mehrere Einträge lassen einen Betroffenen auf dem Papier schnell wie einen notorischen Straftäter erscheinen. Doch zwischen einer langen Strafakte und einer rechtlich tragfähigen Gefahrenprognose liegt ein erheblicher Unterschied. Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 8. Juni 2026 – 1 C 26.25 – klargestellt, dass eine Gefahr für die Allgemeinheit im Sinne des § 4 Abs….

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Migrationsrecht mit Erfahrung, Engagement und internationalem Blick

Migrationsrecht mit Erfahrung, Engagement und internationalem Blick

Menschen. Rechte. Perspektiven. Migrationsrecht entscheidet über zentrale Fragen des Lebens: über Familie, Sicherheit, Zugehörigkeit und Zukunft. Wir begleiten Menschen in rechtlich und tatsächlich besonders anspruchsvollen Situationen – von der ersten Beratung bis zur Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber Behörden und Gerichten. Unser Anspruch ist es, nicht nur Paragrafen anzuwenden, sondern die individuelle Situation jedes Menschen vollständig zu erfassen. Internationale Familienzusammenführung Familien gehören zusammen. Dennoch können internationale Grenzen, unterschiedliche Rechtsordnungen und behördliche Abläufe dazu führen, dass Ehepartner oder Familienangehörige über lange Zeit…

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Bundesverfassungsgericht stoppt Fahrverbot: Warum Behörden und Gerichte Einsprüche sorgfältig prüfen müssen

Bundesverfassungsgericht stoppt Fahrverbot: Warum Behörden und Gerichte Einsprüche sorgfältig prüfen müssen

Ein Fax-Sendeprotokoll, eine eidesstattliche Versicherung und ein übergangener Wiedereinsetzungsantrag – all dies führte dazu, dass das Bundesverfassungsgericht die Vollstreckung eines Bußgeldbescheids stoppte. Der Beschluss zeigt eindrucksvoll: Auch im Bußgeldverfahren gelten die Grundrechte uneingeschränkt. Viele Betroffene erleben es ähnlich: Sie legen fristgerecht Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid ein. Monate später behauptet die Behörde jedoch, der Einspruch sei nie eingegangen oder verspätet gewesen. Häufig entsteht dann der Eindruck, gegen diese Entscheidung könne man nichts mehr unternehmen. Dass dies nicht zutrifft, zeigt ein aktueller…

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Familiennachzug und Visa für afghanische Frauen: Petitionsausschuss fordert Prüfung weiterer Antragsorte

Familiennachzug und Visa für afghanische Frauen: Petitionsausschuss fordert Prüfung weiterer Antragsorte

Der Deutsche Bundestag hat ein wichtiges Signal für afghanische Frauen gesetzt. Der Petitionsausschuss hat mit breiter Mehrheit beschlossen, eine öffentliche Petition zur Verbesserung der Visaantragstellung afghanischer Frauen mit dem Votum „zur Erwägung“ an das Auswärtige Amt zu überweisen. Dabei handelt es sich um die zweithöchste Empfehlung, die der Ausschuss aussprechen kann. Das Auswärtige Amt wird damit aufgefordert, das Anliegen eingehend zu prüfen und sich mit den vorgeschlagenen Maßnahmen auseinanderzusetzen. Die Petition verfolgt das Ziel, afghanischen Frauen, die aufgrund der systematischen…

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Dublin-Flüchtlinge dürfen nicht schlechter gestellt werden

Dublin-Flüchtlinge dürfen nicht schlechter gestellt werden

Es gibt Politiker, die an Gesetzen arbeiten. Und es gibt Politiker, die an Pressemitteilungen arbeiten. Alexander Dobrindt gehört seit vielen Jahren zu den verlässlichsten Vertretern jener politischen Schule, die davon ausgeht, dass eine Maßnahme umso wirksamer erscheint, je härter sie klingt. Das Problem dieser Methode besteht lediglich darin, dass zwischen einer gut klingenden Forderung und einer rechtmäßigen Regelung manchmal mehrere tausend Seiten Verfassungsrecht, Europarecht und Rechtsprechung liegen. Diese Seiten werden jedoch häufig erst gelesen, nachdem die Kameras wieder ausgeschaltet sind….

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Nachruf auf das Einwurf-Einschreiben? – Wenn die Post nicht mehr genügt

Nachruf auf das Einwurf-Einschreiben? – Wenn die Post nicht mehr genügt

Es gibt juristische Werkzeuge, die man benutzt, ohne groß über sie nachzudenken. Das Einwurf-Einschreiben gehörte lange dazu. Wer eine Kündigung aussprechen, eine Frist setzen oder eine wichtige Erklärung zustellen wollte, erhielt fast reflexartig denselben Rat: „Schicken Sie es per Einwurf-Einschreiben.“ Die Lösung war bestechend einfach. Der Absender erhielt einen Einlieferungsbeleg. Die Deutsche Post dokumentierte den Einwurf. Über die Sendungsverfolgung ließ sich später nachvollziehen, wann die Sendung zugestellt worden sein sollte. Kam es zum Streit, verwiesen Gerichte häufig auf den sogenannten…

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Quo vadis, iustitia?

Quo vadis, iustitia?

Oder: Wenn der Rechtsstaat beginnt, sich selbst zu misstrauen Es gab einmal eine Zeit, da war die deutsche Justiz ein beinahe sakraler Raum. Richter erschienen wie Hohepriester des Gesetzes, Staatsanwälte wie nüchterne Verteidiger der Ordnung, und Behördenjuristen trugen den Nimbus jener Menschen, die selbst im Schlaf noch den Kommentar zum Verwaltungsrecht unter dem Kopfkissen liegen hatten. Der Bürger mochte mit Urteilen unzufrieden sein — aber er glaubte immerhin an das System. Man konnte verlieren, ohne das Gefühl zu haben, verkauft…

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Führerschein vergessen – manchmal die klügere Wahl – Zehn Euro oder drei Monate zu Fuß: Die paradoxe Logik des Führerscheins

Führerschein vergessen – manchmal die klügere Wahl – Zehn Euro oder drei Monate zu Fuß: Die paradoxe Logik des Führerscheins

Es gibt in Deutschland zwei Sorten von Autofahrern: jene, die ohne Navi nicht ausparken können – und jene, die ohne vollständigen Dokumentensatz nicht einmal den Motor starten. Fahrzeugschein? Check. Führerschein? Check. Warnweste, Verbandkasten, Ersatzbirnen-Set (für den Fall, dass irgendwo noch Halogenlicht existiert)? Selbstverständlich. Der deutsche Autofahrer ist nicht nur mobil, er ist organisiert. Man könnte auch sagen: Er ist ein wandelndes Aktenregal mit Verbrennungsmotor. Und doch liegt in dieser Ordnung eine feine, beinahe tragikomische Ironie. Denn ausgerechnet die penible Befolgung…

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Reform der Vaterschaftsanfechtung – Was sich ab April 2026 ändert

Reform der Vaterschaftsanfechtung – Was sich ab April 2026 ändert

Die Regeln zur Vaterschaftsanfechtung werden grundlegend reformiert. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus April 2024, das feststellte, dass die bisherigen Vorschriften vor allem für leibliche Väter nicht fair waren. Bisher war es für einen biologischen Vater oft nahezu unmöglich, seine Vaterschaft rechtlich geltend zu machen, wenn bereits ein anderer Mann als Vater in der Geburtsurkunde eingetragen war. Die Reform soll nun ein ausgewogenes Verfahren schaffen, das die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt: des Kindes, des rechtlichen Vaters und des leiblichen…

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